Den Mutigen gehört die Welt

Was bedeutet Mut? Auf diese Frage bekommen wir tausend verschiedene Antworten.

Denn unter Mut versteht jeder etwas anderes. Das ist auch gut so. Und doch: Gemäss einer aktuellen Studie der Forschungsstelle sotomo sind sich viele einig: Zum Mut gehört nicht nur das Wagnis oder die Überwindung, sondern auch zu sich zu stehen und Verantwortung zu übernehmen. Viktor E. Frankl würde dies sofort unterschreiben, denn nach seiner Sinntheorie ist die Verantwortung ein zentraler Aspekt des Menschenbildes. Es ist die Freiheit des Menschen, dass er die Verantwortung für sein Leben übernimmt. Das heisst, wer für sich und sein Handeln einsteht, der beweist Mut.

Kann es überhaupt etwas Schöneres geben, als sein Leben in die eigene Hand zu nehmen? Meines Erachtens nicht. Es sollte das Ziel eines jeden sein: sich sinnvoll zu engagieren in Übereinstimmung mit seinen persönlichen und beruflichen Wünschen. Jeder Mensch sollte sich Klarheit darüber verschaffen, was ihm besonders wichtig ist und was er unbedingt will. Der Mut entwickelt sich leichter, je bewusster das einem ist.

«Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.» Demokrit

Erst kürzlich durfte ich das am eigenen Leibe erfahren. Ich habe mich entschieden, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen und dafür meinen sicheren Job aufzugeben. Von vielen Freunden und Bekannten bekam ich dabei zu hören: «Du bist aber mutig». Ich entgegnete ihnen, dass ich mich gar nicht mutig fühle, vielmehr hat sich dieser Weg einfach nur richtig und sinnvoll für mich angefühlt.

Vom Mut zur Freude
Ich habe mir für diese Entscheidung ausreichend Zeit gelassen, so dass der Mut wachsen konnte. Ich habe darüber geredet, darüber geschlafen, mich auf die Situation eingestimmt, damit die Zuversicht mitwächst. Man muss die passende Schrittgrösse wählen und man darf sich dabei nicht überfordern. Wo sind die Grenzen des Könnens? Habe ich die Fähigkeiten, Erfahrungen und die Kraft? Und je mehr ich mich damit auseinandersetzte, desto stärker wurde der Drang, den Mut in die Tat umzuwandeln. Auf einmal waren da diese positiven Fantasien und Bilder zu meinem «mutigen» Schritt. Sie haben mich förmlich angetrieben. Bis ich meinen Ressourcen komplett vertrauen konnte und den inneren festen Boden spürte. Verblasst war der anfängliche Mut, lebendig ist die Freude, loszulegen.

Sie sehen, mutig zu sein, ist lernbar. Oft trägt man den Mut auch längst in sich. Holen Sie ihn hervor. Entwickeln Sie ihn. Denn Mut fördert das Selbstvertrauen und die Selbstsicherheit. Mut ist keine Entscheidung, sondern ein Kraftgefühl. Schauen Sie nicht auf andere, was sie für mutig empfinden. Schauen Sie auf sich selbst und muten Sie sich das zu, was Ihnen Freude bringt. Denn Mut ist das starke Gefühl, sich von Beschwerlichkeiten nicht unterkriegen zu lassen, sondern selbst darauf Einfluss zu nehmen. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihnen fehlt der Mut: Gemeinsam finden wir ihn ganz bestimmt.

«Selbstdenken ist der höchste Mut. Wer wagt, selbst zu denken, der wird auch selbst handeln.» Bettina von Amin, deutsche Schriftstellerin

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